ELCH-Preisverleihung

Bereits zum zehnten Mal wurde der E-Learning Champion der Universität Graz vergeben. Dieses Jahr stand bei der Vergabe des ELCHs der Einsatz von sozialen Medien in den Lehrveranstaltungen im Vordergrund. Zu Beginn der Preisverleihung begrüßte Herr Dr. Kopp, Leiter der Akademie für Neue Medien und Wissenstransfer, die Gesellschaft im Hauptlesesaal der Universitätsbibliothek Graz. Er sprach von der Herausforderung, dem Trend der sozialen Medien zu folgen und diese auch in didaktischer Weise in den Lehrveranstaltungen einzubauen.

Anschließend folgte ein Gastvortrag von Herrn Mag. Heinz Wittenbrink, Leiter des Studiengangs Content-Strategie an der FH Joanneum. In seinem Vortrag mit dem Titel „User Experience Design und digitale Inhalte in der Lehre“ spricht Wittenbrink unter anderem die Wichtigkeit von Nutzererfahrung und den richtigen Einsatz von Conent Marketing an.

Als Buchtipp erwähnt er hierbei: „Audience, Relevance and Search“ von James Mathewson

http://www.amazon.de/Audience-Relevance-Search-Targeting-Audiences/dp/0137004206

Um gezielte Inhalte nach Außen vermitteln zu können, ist es von besonderer Bedeutung die Menschen inhaltlich durch den Content zu überzeugen. Dies bedeutet, dass bestimmte Informationen so aufbereitet werden müssen, dass diese für LeserInnen einfach und verständlich formuliert sind. Als Best-Practice-Beispiel nennt Wittenbrink hier zum einen die Website der Deutschen Bahn und zum anderen die Website „Welcome to GOV.UK“, die den Webauftritt der britischen Regierung darstellt. Bei zuletzt genanntem Beispiel arbeiten über 2000 Content-Spezialisten an einer stetigen Verbesserung und Aufbereitung der Inhalte.

Jene Prinzipien des user-angepassten Contents, welche bei vielen Websites wie zuvor erwähnt, schon zum Einsatz kommen, werden jedoch noch nicht im Bereich der Lernmaterialien angewendet. Hier fehlen oft die notwendigen Ressourcen um Social-Media-Aspekte einzubinden. Bei vielen kommerziellen Angeboten wird das Thema jedoch immer wichtiger.

Des Weiteren spricht Wittenbrink von den Themen „Usable Learning“ und „User Experience“, bei welchen die Nutzerzentrierung im Vordergrund steht. In diesem Zusammenhang erwähnt Wittenbrink drei wichtige Prinzipien.

 

1.  Nutzer können mit Inhalten umgehen

dies bedeutet, dass die Nutzer den Lernprozess frei gestalten können und keine konkreten Vorgaben existieren

dazu erwähnt er folgenden Buchtipp: „Small pieces loosely joined“ von David Weinberger

http://www.amazon.de/Small-Pieces-Loosely-Joined-Unified/dp/0738208507

 

2. die Geschichten des Nutzers müssen im Mittelpunkt stehen

Best Practice: DB Training oder Swisscom

 

3. Lernmaterialien müssen von Usern selbst weiter gestaltet werden können

dazu berichtet er Folgendes: „make your customer the hero of your story“, die KundInnen sollen also Teil einer Geschichte werden.

Dieses Prinzip ist mittlerweile schon vermehrt im Bereich von Content Marketing sichtbar: z.B.: Marketingprinzip von Coca-Cola

Als weiteres Beispiel nennt er die Firma LEGO, welche eine Marketingstrategie unter starkem Medieneinsatz betreibt. Unter anderem können bei LEGO neue Produktideen oder andere Rückmeldungen direkt von den Fans in das Unternehmen eingebracht werden, woraus neue Produkte und Aktionen abgeleitet werden können.

Grundsätzlich werden diese drei Prinzipien auch im Bereich von Social Media eingesetzt. Dabei spricht Wittenbrink außerdem von der Möglichkeit der Erweiterung um ein viertes Prinzip: dass man nämlich den Lernfortschritt in Lernmaterialien definiert (Lernmaterialien sind also nicht bloß ein Ausgangsprodukt, sondern zugleich Ergebnis des Lernvorgangs).

Abschließend spricht Wittenbrink noch an, dass zukünftig durch die Verbindung von „user experience“, „e-learning“ und didaktischen Elementen große Möglichkeiten und Entwicklungspotenzial entstehen werden.

 

Nach dem soeben beschriebenen Gastvortrag kam es zur eigentlichen Preisverleihung. Schon im Vorfeld wurden unter allen Einreichungen drei Finalisten/Finalistinnen für den ELCH ausgewählt. Unter diesen wurde des Weiteren ein Anerkennungspreis sowie ein Hauptpreis vergeben.

Den Anerkennungspreis erhielt Herr Mag Thomas Salfelner für die Lehrveranstaltung „E-Learning in der Justiz“. Diese wird seit 2008 angeboten und im Vordergrund dieser Lehrveranstaltung steht die kreative Vermittlung von juristischen Inhalten über Soziale Medien. Dabei sollen gewisse juristische Themen so aufbereitet werden, dass diese auch von Personen ohne juristischem Fachwissen verstanden werden.

Der mit 3000 Euro dotierte Hauptpreis wurde an Frau Dr. Simone Puff für das Seminar „Blogging als Anti-Rassismus-Arbeit“ vergeben. Im Laufe des Seminars wurden bestimmte aktuelle Themen auf einem Blog und Facebook diskutiert und auch eine ständige Interaktion der Studenten via Twitter fand dabei statt. Hier waren vor Allem der umfangreiche Einsatz von Sozialen Medien und der didaktische Hintergrund ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury. Frau Dr. Puff konnte aufgrund eines Auslandsaufenthaltes in Amerika nicht an der Preisverleihung teilnehmen, wurde aber via Skype hinzugeschaltet, um so das Geschehen live mitverfolgen zu können.

Am Ende der Preisverleihung hatten die BesucherInnen noch die Möglichkeit, sich bei einem ausgiebigen Buffet in der einladenden Atmosphäre des Hauptlesesaals der Bibliothek auszutauschen und zu unterhalten.

 

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